Sachsenring Trabant

Der Trabant - dieser, während der DDR-Zeit meistgebaute Kleinwagen ist heute ein Kultauto.

Ein Porträt des Kleinwagens Sachsenring Trabant, der von allen stets liebevoll 'Trabi' genannt wird.

Der 'Trabi,' ein Kleinwagen der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau der damaligen DDR.

Dieses kleine, liebenswerte Fahrzeug war das mit Abstand meist produzierte Automobil in der DDR, es wurde im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau hergestellt.
 
Die Grundkonzeption des kleinen Wagens mit dem fortschrittlichen Frontantrieb und einem quer eingebauten Zweizylinder-Zweitaktmotor ging auf den DKW F 8 Meisterklasse 700 der Vorkriegszeit zuück. 

Um teures Blech zu sparen, wurde die Kleinwagen-Karosserie aber aus baumwollverstärktem Phenoplast auf ein Metallgerüst gesetzt. Die Motoren lieferte der VEB Barkas-Werke in Karl-Marx-Stadt, das heute wieder seinen früheren Namen Chemnitz trägt.

Insgesamt wurden von 1957 bis 1991 3.132.240 Trabant der Typen P 70, P 50, P 60, P 601 und Trabant 1,1 bei VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau gefertigt.

Trotz dieser offensichtlichen Erfolge für die Massenmotorisierung im Osten Deutschlands mussten die DDR-Bürger bis zu 15 Jahre auf ihr Wunschauto warten.

Allerdings gab es einen schwungvollen Handel mit Gebrauchtfahrzeugen, die - wegen der Mangelwirtschaft in der DDR - teils zu absoluten Phantasiepreisen gehandelt wurden.

Klein, aber oho! Der Trabant mit Frontantrieb und Zweizylinder-Zweitakt-Motor.

Als Nachfolger des P 70 wurde der Trabant auf der Leipziger Herbstmesse 1958 vorgestellt. Zuerst hatte er als Trabant P 50 ein unsynchronisiertes Viergang-Getriebe und wurde von einem luftgekühlten 500 ccm grossen Zweizylinder-Motor mit einer Leistung von 17 PS angetrieben. 

In weiteren Entwicklungsschritten bekam der dann P 60 und später P 601 S genannte Wagen einen auf 600 ccm vergrösserten Motor mit 23 PS sowie ein synchronisiertes Getriebe und war damit einigermassen standesgemäss motorisiert. 

In der letzten Ausbaustufe von 1990 bekam der Trabant dann noch einen in Karl-Marx-Stadt in Lizenz gefertigten VW-Viertakter mit 40 PS. Der letzte Trabant 1.1 lief dann am 30. April 1991 vom Band. Es folgt ein kleiner technischer Steckbrief des Trabant P 601 S:

  • Länge, Breite, Höhe - 3.500 mm - 1.600 mm - 1.500 mm
  • Leergewicht 660 kg - zul. Gesamtmasse: 1040 kg - zul. Achslast V /H 460 / 580 kg
  • Höchstgeschwindigkeit - 105 kmh
  • Motor - 2 Zylinder 2Takt Ottomotor, quer zur Fahrzeuglängsachse
  • Hubraum 594 cm³ - Bohrung × Hub 72 mm × 73 mm
  • Leistung bei 1/min - 19 KW (26 PS) bei 4200
  • Max. Drehmoment bei 1/min - 54 Nm bei 3000 - Verdichtung 7,6
  • Kühlung - Luftkühlung / Axialgebläse
  • Schmierung - Kraftstoffgemisch im Verhältnis 1:50
  • Vierganggetriebe mit Lenkstockschaltung -  Freilauf im vierten Gang
  • Ausgleichsgetriebe im Schaltgetriebe integriert - Antrieb Vorderachse - Gleichlaufgelenkwelle
Heute gibt es noch ca. 35.000 zugelassene Trabant, für Fotos sind sie gar nicht mehr so leicht aufzuspüren.

Der Trabi, Trabbi, oder was? - erstklassige Fotos in unserer spannenden Trabant-Bildergalerie:

Wir zeigen die Entwicklungsgeschichte des Sachsenring Trabant anhand folgender Modelle:

  • Trabant P 50 Funktionsmuster - nur vier Stück wurden 1953 als Prototypen gebaut
  • Trabant P 50 - Baujahre 1958 bis 1963
  • Trabant P 60 - ab Baujahr 1963
  • Trabant P 601 und Trabant P 601 S - Baujahre 1964 bis 1990
  • Trabant 601 S 'Rallye', Baujahr 1966
  • Trabant 1.1 - Baujahre 1990 und 1991
  • Kleinkübelwagen P 601 A für die frühere NVA

Darüber hinaus sind auch Trabant-Automobile, die im Renn- und Rallye-Sport eingesetzt waren, wie ein Trabant P 800 RS und ein Renn-Trabant RS 601 zu sehen.

So manche Sporterfolge des Trabant konnten sich auch international sehen lassen. Beispielsweise gelang den Werksfahrern aus Zwickau bei der berühmten Rallye Monte Carlo 1970 in den Seealpen sogar ein Klassen-Doppelsieg.

Aufsehen erregende und skurrile 'Trabis' als ganz besonderer Blickfang. 

Nach der politischen Wende 1989, als das liebevoll 'Trabi' gerufene Wägelchen, endgültig zum Kultfahrzeug wurde, entstanden zum Teil ausgesprochen witzige Freizeitmobile aus dem Trabant.

Im letzten Teil unserer obigen Trabant-Fotoshow zeigen wir Beispiel einen Strechlimo-Trabant, der in Dresden für Stadtbesichtigungen zu Verfügung steht, oder auch einen höchst skurrilen Trabant-Dreiachser, den wir in Merseburg für Sie aufgespürt haben.

Der Sachsenring Trabant... präsentiert in Auto- und Technikmuseen

Die meisten unserer Trabi-Fotos haben wir in Fahrzeugmuseen geschossen, die oft für Automobile aus der ehemaligen DDR eine regelrechte Ost-Nostalgie-Abteilung eingerichtet haben.

Die Entwicklungsgeschichte des kultigen DDR-Kleinwagens ist besonders gut im

in Zwickau nachzuvollziehen. Eine feine Sammlung an Trabis aller Jahrgänge ist auch im
ausgestellt. Für diejenigen, die heuzutage gerne noch einmal das Fahrgefühl eines Trabant erleben und den Trabi auch selber steuern möchten, bietet die East Car Tours GmbH & Co. KG sogenannte Trabi-Safaris in Berlin und Dresden an.
 
Alle nötigen Infos finden Sie auf der Website www.trabi-safari.de. Sachsenring Trabant - als Kultauto von allen liebevoll Trabi oder Trabbi genannt.
 
Wartburg – der beliebte Mittelklassewagen aus der DDR kam aus Eisenach.
 
Ergänzend zu unserer Vorstellung des 'Trabi'-DDR-Kleinwagens bieten wir unter
auch ein ausführliches Porträt des DDR-Mittelklasse-Fahrzeugs Wartburg. Ausführlich zeigen und erläutern wir die verschiedenen Entwicklungsstufen sowie Jahrgänge der Wartburg-Personenwagen aus Eisenach in Thüringen auf unserer Website Edle-Oldtimer.de.
 
Unsere Buchempfehlung für alle Liebhaber von Oldtimer-Fahrzeugen der DDR:
 
Eberhard Kittler, Michael Dünnebier
Deutsche Autos
Personenwagen und Nutzfahrzeuge in der DDR
 
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ISBN – 978-3-613-04000-7
304 Seiten, ca. 550 Abbildungen
Format 230 x 265 mm – Preis 29,90 €

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Ein Porträt des Kleinwagens Sachsenring Trabant, von allen stets liebevoll 'Trabi' genannt.