Die Mongolei - ein Reisebericht

Die Mongolei - das geheimisvolle Land mit der Wüste Gobi in Zentralasien - Mongolia.

Ein Gastbeitrag von Dagmar Balzer aus Wunstorf bei Hannover - ein exklusiver Reisebericht.

Auf einer 4.000 km langen Entdeckungsfahrt durch die wunderbare, abenteuerliche Mongolei.

Nein, für Komfort und Bequemlichkeit suchende Softies ist die Mongolei wirklich nicht das geeignete Reiseland. Aber für Minimalisten mit Unternehmungsgeist und Lust, etwas Neues, Einmaliges zu erleben - ein Traum!

Die Anreise mit der Bahn von meinem Wohnort Wunstorf bei Hannover bis zum Flughafen Frankfurt und dann weiter mit Mongolian Airlines - MIAT - Ulan Bator war unkompliziert.

Dank der perfekten Organisation der deutschen Reiseagentur - immer in hervorragender Zusammenarbeit mit dem örtlichen Reisebüro in Ulan Bator - konnte ich mich auf meiner Reise stets auf hübsche, saubere Einzeljurten freuen.

Und auf schmackhafte, vegetarische Mahlzeiten musste ich auch in diesem doch etwas 'fleischlastigen' Land nicht verzichten.

22 Tage lang war ich dann im Juli 2019 in einer Gruppe mit noch weiteren sieben Touris, drei Reiseleitern und zwei Fahrern 4000 km lang auf großer Entdeckungsfahrt durch die wunderbare, abenteuerliche Mongolei.

Die Mongolei passt nicht zu jedem, sie ist aber das richtige Reiseland für Abenteurer. 

Auf einer Fläche - viereinhalb mal so groß wie Deutschland - leben drei Millionen Menschen und 60 Millionen Pferde, Ziegen, Schafe, Yaks und Kamele. Auf durchschnittlich 1.700 Metern Höhe meistens unberührte Steppe und Grasland, soweit das Auge reicht.

Und unerwartet für die Wüste Gobi - Flüsse, Seen, Sanddünen, rot leuchtende, sandige Felsformationen, wilde Gebirgsschluchten. Immer wieder wechselnde Landschaften, die mir den Atem nehmen.

Besuche in den Jurten der gastfreundlichen, herzlichen Nomaden. Die Schale mit vergorener Stutenmilch oder gesalzenem Buttertee mit Mehlflöckchen und getrockneter, süßer Käse werden ganz selbstverständlich herumgereicht.

Die bemerkenswerte, seit Jahrhunderten bewährte Lebensweise und Kultur der Nomaden eröffnet auch mir neue Welten.

Landschaften und Menschen, Tiere und Kultur - die Wüste Gobi in der Mongolei.

Außer den halbwilden Nutztieren sehen wir in der Gobi u.a. Steinböcke, Greifvögel, Ziesel, Pfeifhasen und eine unendliche Vielfalt an duftenden Kräutern, Wildgemüsearten und vielen Blumen. Riesige Weiden bedeckt nur mit Edelweiß und Enzian.

Tagsüber strahlend blauer Himmel mit weißen, malerischen Wolken. Reiter jagen in ihren traditionellen Gewändern durch die endlose Steppe. Nomadenfamilien, die drei- bis viermal im Jahr mit dem Yak-Karren oder ganz 'modern' mit einem klapprigen, russischen Lastwagen weiterziehen und ihr Weide-Sommer-Lager verlegen.

Wenn ich mit meinem Becher Tee nachts allein vor meiner Jurte sitze, bestaune ich klein und demütig einen sagenhaften Sternenhimmel über der Steppenlandschaft.

Die Mongolei... das Land in Zentralasien, zerrissen zwischen Tradition und Moderne.

Vor meiner Reise in dieses Land habe ich viel über die Mongolei gelesen, und so weiß ich: Die Mongolei gilt als eines der zehn rohstoffreichsten Länder der Welt.

Noch beteuern mir die Nomaden in meinen vielen guten Gesprächen mit ihnen: Wir widersetzen uns der Ausbeutung der Bodenschätze, man kann jedes Kamel nur einmal verkaufen.

Und ich frage mich: Wie lange noch? Die rund 70 Jahre andauernde russische Herrschaft über die Mongolei ist nicht nur in der Hauptstadt Ulan Bator überall gegenwärtig. So hat sich z.B. die mongolische Schrift nicht wieder durchsetzen können. Man schreibt kyrillisch.

Die offiziellen Gebäude sehen typisch russisch aus. Und die überwiegende Anzahl der tibetisch-buddhistischen Klöster wurde während der kommunistischen Besatzungszeit vernichtet. 60.000 ermordete Mönche.

Mühsam werden die alten Klöster wieder aufgebaut, und auch die Anzahl der Mönche steigt allmählich wieder. Wir besichtigen daher auch verschiedene Klosteranlagen wie z.B. das Ongin Kloster, das Kloster Erdene Zuu und die Klosteranlage Amarbayasgalant und machen uns mit dem Buddhismus/Schamanismus dieses Landes vertraut.

Wohin führt der Weg der Mongolen?

Aber – auch in der Mongolei stehen die modernen Zeichen der Zeit immer öfter auf Sturm. Für den Tourismus werden überall weitere Jurtencamps errichtet und stören die Harmonie der Landschaft.

In der Hauptstadt Ulan Bator lebt inzwischen die Hälfte der mongolischen Bevölkerung. Der Sog dorthin ist unaufhaltsam. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Die Russen im Norden und die Chinesen im Süden buhlen um Abbaurechte der vielen Bodenschätze z.B. wie Gold, Silber, Kupfer, Kohle und Seltene Erden.

Wenn auch viele Mongolen ihre traditionelle Lebensweise mit aller Kraft verteidigen – die Verführung für eine vermeintlich bessere, modernere Lebensweise ist wohl nicht mehr aufzuhalten.

Darum – wenn ich darf – möchte ich gerne einen Rat geben. Wer an der Mongolei interessiert ist, sollte jetzt fahren. Ehe es zu spät ist.

Copyright für Fotos und Text - Dagmar Balzer, Wunstorf

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