Flugboote & Amphibien-Flugzeuge

Flugboote und Mehrzweck-Amphibien-Flugzeuge, Fotos von Maschinen verschiedener Hersteller.

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Eine kleine Fotoshow über Flugboote von Herstellern aus den USA, Kanada und Deutschland.

Flugboote und Amphibien-Flugzeuge hatten zwischen den beiden Weltkriegen eine besonders gut laufende Konjunktur.

Mit ihnen konnten, obwohl die Reichweite bei weitem nicht an die heutigen Verkehrs-Jets heranreichte, die riesigen Distanzen zwischen den Kontinenten und Ozeanen in mehrtägigen Reisen einigermassen bequem zurück gelegt werden.

Während des zweiten Weltkrieges stand dann die militärische Verwendung dieser Flugzeuge im Vordergrund.

Das am meisten gebaute Modell war die 'Catalina' aus den USA, sie wird weiter unten beschrieben.

Der deutsche Beitrag zur Entwicklung von Flugbooten ist untrennbar mit dem genialen Konstrukteur Claude Dornier verbunden, der in den 1920er- und 1930er Jahren gleich eine ganze Reihe berühmt gewordener Flugboote auf den Markt brachte.

Seinem Wirken und der Entwicklung der Flugzeuge von Dornier ist das herausragend gestaltete Dornier Museum in Friedrichshafen gewidmet, über das Sie sich in der folgenden Fotoshow einen Überblick verschaffen können:

Auch in der heutigen Zeit sind Flugboote für bestimmte Einsatzzwecke, z. B. als Feuerlösch-Maschinen, in abgelegenden und schwer erreichbaren Gegenden unabdingbar.

Faszinierende Fotos... von bislang elf verschiedenen Flugbooten & Amphibien-Flugzeugen.

Erleben Sie hier bei uns die Präsentation von immerhin elf Flugbooten bzw. Mehrzweck-Amphibien-Flugzeugen aus US-amerikanischer, deutscher und kanadischer Produktion, die wir in einer authentischen Bildergalerie mit nützlichen Beschreibungen vorstellen!

Allein vier verschiedene Maschinen von ihnen haben wir im grossartigen Luftfahrtmuseum

in McMinnville im US-Bundesstaat Oregon entdecken und in faszinierenden Aufnahmen festhalten können - zur  Website evergreenmuseum.org.

Für Luftfahrt-Enthusiasten lohnt sich ein Besuch des riesigen, bestens aufgestellten Museums zwischen der zerklüfteten Oregon Coast und Portland auf jeden Fall.

Zwei riesige Boeing 747 Jumbojets direkt am Highway bzw. auf dem Dach des dazu gehörigen Spassbades weisen den Weg. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Portland, Oregon, nix wie hin!

Jeweils zwei weitere Flugboote bzw. Amphibien-Flieger sind in Speyer im ausgezeichneten

sowie in der berühmten

  • Flugwerft des Deutschen Museums in Oberschleissheim bei München

zu bewundern. Da lohnt sich jeder Besuch für Gross und Klein und diese vielseitigen Luftfahrt-Ausstellungen sind auch nicht so weit entfernt, wie das obige Museum in Oregon an der Westküste der Vereinigten Staaten..

Consolidated Aircraft PBY - Catalina, the flying cat

Bevor zum Beginn des zweiten Weltkrieges ein grosser Boom im Bau von Flughäfen in den USA ausbrach, konnten dort viele abgelegene Gegenden nur durch Flugboote, die keine Startbahn benötigten, erreicht werden.

Die US Navy benutzte deshalb verschiedene Flugboot-Typen, deren erfolgreichste die PBY Catalina werden sollte.

Obwohl sie langsam und unbeholfen wirkte, wurde sie erfolgreich für Patroillienflüge, zum Bombardieren von U-Booten und als Rettungs-Flugzeug eingesetzt.

Während des zweiten Weltkriegs diente die Catalina auf jedem Kriegsschauplatz, von der Arktis bis zu den Tropen. Sie half, das deutsche Schlachtschiff Bismarck zu entdecken und fand auch die japanische Flotte bei Midway.

Nach dem Kriege wurde die Catalina oftmals erfolgreich als Feuerlösch-Flugzeug eingesetzt. Mit über 3.300 gefertigten Exemplaren war die Catalina das erfolgreichste Flugboot aller Zeiten.

Mit einer 'Catalina' fliegen- wer gerne einmal einen 'Splash und Go Flug' mit einer 75 Jahre alten Catalina unternehmen möchte, wendet sich an die Stichting Catalina am Lelystad Airport in den Niederlanden - zur Website catalina-pby.nl 

Claude Dornier schuf zwischen den beiden letzten Kriegen weltberühmte Flugboote.  

Die deutschen Flugboote kamen von Dornier, sie wurden aber zumeist im Ausland gebaut.

Wir zeigen in unserer Fotoshow... Dornier Wal - Do X - Dornier A Libelle II - Dornier do 24 T

Dornier Wal - ein Nachbau des 'Amundsen Wals' N 25

Der Dornier Wal war das erfolgreichste Flugboot Claude Dorniers.

Aufgrund der Beschränkungen des Versailler Vertrags wurden die 'Wale' in unterschiedlichen Versionen bei der von Dornier im Jahre 1921 gegründeten CMASA in Marina di Pisa in Italien, sowie später auch in anderen Ländern Europas hergestellt.

Der von uns fotografierte Dornier Wal ist ein getreuer Nachbau des berühmten 'Amundsen Wal N 25', der im Dornier Museum am Bodensee-Airport in Friedrichshafen zu bewundern ist.

1925 startete der Polarforscher Roald Amundsen mit zwei Wal-Maschinen von Spitzbergen zum Nordpol.

Die beiden Wal-Flugboote mit den norwegischen Kennzeichen N24 und N25 waren durch Amundsen speziell für den Arktis-Flug hergerichtet worden, allerdings musste er 250 km vor dem Nordpol  mit der N 25 wegen eines Problems mit dem Tandem-Motor notlanden.

Berühmt geworden sind sie trotzdem beide, sowohl Amundsen als auch der Dornier Wal.

Dornier Do-X - das damals grösste Flugzeug der Welt

Am Schweizer Südufer des Bodensees gründete Professor Claude Dornier 1926 den Flughafen St. Gallen-Altenrhein, um dort das gigantische Flugboot Dornier DO-X zu bauen.

So konnte das Bauverbot für Flugzeuge gemäss den Versailler Verträgen nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg umgangen werden.

Von 1928 bis 1931 wurden insgesamt drei dieser gigantischen Flugboote hergestellt, der Erstflug erfolgte am 12. Juli 1929.

Aus dieser Zeit wird im sehenswerten Fliegermuseum Altenrhein am People`s Airport St. Gallen-Altenrhein ein mehrere Meter grosses Modell der Do-X sowie ein original Holz-Propeller der ersten Dornier Do-X als spannendes Relikt gezeigt.

Dornier Do A Libelle II - Dreisitziges Flugboot in Metallbauweise, Baujahr 1929

Von der Dornier Do A Libelle wurden insgesamt vierzehn Exemplare hergestellt.

Die in der Flugwerft Oberschleissheim des Deutschen Museums von uns fotografierte Maschine wurde 1930 auf die Fidschi-Inseln geliefert.

1978 kaufte die damalige Dornier GmbH das beschädigte Flugzeug zurück und restaurierte es.

Dornier Do 24 T-3 Flugboot - wir zeigen Fotos von zwei verschiedenen Maschinen

Der dreimotorige Hochdecker Dornier Do 24 wurde ab 1937 in den Niederlanden für den Einsatz im heutigen Indonesien produziert und nach 1940 für die deutsche Luftwaffe dort und auch in Frankreich weiter gebaut.

Der gelungene Entwurf eignete sich besonders gut für den Seenot-Rettungseinsatz.

Die bis zu 279 gefertigten Exemplare retteten etwa 11.000 Menschen aus Seenot und wurden auch als Fernaufklärer und Transporter eingesetzt.

Nach 1945 produzierte Frankreich noch weitere Do 24, die bis 1952/53 in Frankreichs Marine dienten. Die letzten Do 24 flogen bis 1969 im aktiven Seenotrettungsdienst in Spanien und wurden von Mallorca aus eingesetzt.

Dornier Do 24 T-3 - Baujahr ca 1944, in der Flugwerft Oberschleissheim des Deutschen Museums.

Die hier gezeigte Maschine war, bevor sie in die Flugwerft Oberschleissheim kam, als sogenannte 'gate guard' auf dem Dornier Werksflugplatz in Oberpfaffenhofen im Freien aufgestellt.

Rumpf und Tragflügel stammen von zwei verschiedenen Flugzeugen, die in Spanien geflogen sind.

Dornier Do 24, unbekannter Unter-Typ, teilrestauriert ausgestellt im Technikmuseum Speyer

Bedauerlicherweise war nur noch der vordere Rumpf mit seitlichen Stummeln vorhanden, als diese Maschine 1991 aus der Muritz in Mecklenburg in der ehemaligen DDR gehoben wurde.

Diese Dornier Do 24 unbekannter Werks-Nr. und unbekannten Baujahrs wurde bei Röbel im März 1945 durch amerikanische Flieger versenkt.

Sie war wahrscheinlich eine der vier Do-24, die bei der sogenannten 'Aktion 24' für einen Selbstmord-Angriff auf Oder-Brücken gegen die vorrückende Rote Armee eingesetzt werden sollte.

Grumman JRF 5 - Goose

Geschäftleute von Long Island inspirierten in den 1930er JahrenGrumman Airkraft die 'Goose' als fliegende Yacht zu bauen, damit sie schnell und bequem zu ihren Jobs nach New York City kommen konnten.

Während des zweiten Weltkrieges wurde dieses Modell als JRF bei der US-Army, der Navy und Coast Guard für Patrollienflüge, Anti-Boot-Einsätze  und als Rettungsmaschine, auch von den Kanadiern und Engländern, erfolgreich eingesetzt.

Heutzutage fliegen noch etwa 30 'Gooses', was für ihre Zuverlässigkeit spricht.

Die hier gezeigte Maschine des Evergreen Aviation & Space Museums in Oregon, USA, war nach dem Kriege beim State of Alaska's Department of Fish and Game eingesetzt, flog dann für die Pennsula Airways ebenfalls in Alaska.

Nach einen Crash wurde die Maschine an das Evergreen Museum verkauft und dort restauriert.

Hughes H-4 Hercules - Spruce Goose

Die Hughes H-4 Hercules ist wohl das mit Abstand interessanteste Ausstellungsstück, welches das Evergreen Aviation & Space Museum in McMinnville zu bieten hat. Auch für uns war es 'der Aufhänger', dieses ausgezeichnete Luftfahrtmuseum in der Provinz von Oregon aufzusuchen und wir sagen, dass es sich sehr gelohnt hat.

Die Spruce Goose, das als Einzelstück von der Hughes Aircraft Company des exzentrischen Milliardärs Howard Hughes gebaute Flugboot ist, auf die Flügelspannweite bezogen, das größte bisher gebaute Flugzeug - siehe die entsprechende Tabelle in der Bildergalerie.

Da Howard Hughes aufgrund des kriegsbedingten Materialmangels kein Metall für den Bau der Maschine genehmigt wurde, ist der gigantische Rumpf der Spruce Goose komplett aus Birkenholz gefertigt und nicht aus Fichte, wie der Name eigentlich besagt.

Einmal nur ist die Hughes H-4 Hercules 1.500 m weit und in einer Höhe von 20 m über dem Wasser geflogen, festgehalten in einem Schwarzweiss-Film, der an der Maschine im Museum immer wieder vorgeführt wird.

Trotz unseres ziemlich starken Weitwinkel-Objektives haben wir die Spruce Goose in ihren gewaltigen Ausmassen nicht komplett auf den Speicherchip unserer Kamera bannen können, spannend ist ein Grössenvergleich mit anderen - natürlich viel kleineren Museums-Exponaten - allemal!

Republic RC 3 Seabee - a Fisherman's Dream

Die Seabee wurde 1.076 mal zwischen 1946 und 1947 hergestellt. Aufgrund ihrer ausgezeichneten amphibischen Fähigkeiten bot sie ihren privaten Käufern viele Reisemöglichkeiten in Gebiete, die für Sportfischer und Jäger sonst unerreichbar geblieben wären.

Viele Seabees fliegen auch heute noch und etliche von ihnen werden auch in Museen rund um die Welt gezeigt.

Die von uns im Evergreen Aviation & Space Museum in Oregon fotgrafierte Seabee der Serien-Nr. 736 ging durch viele Hände, bevor sie dem Museum im Jahre 2005 gestiftet wurde.

Canadair CL-215

Dieses Mehrzweck-Amphibienflugzeug des kanadischen Herstellers Canadair, haben wir - wie auch schon die teilrestaurierte Do 24 - auf dem Freigelände des Technikmuseums Speyer entdeckt und fotografiert.

Die Canadair CL 215 des kanadischen Herstellers Canadair Group, heute eine Tochter von Bombardier, wurden überwiegend in Kanada und Frankreich erfolgreich für die Überwachung der Wälder und zur Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt.

Einige Maschinen wurden auch für den Rettungseinsatz,die Küstenüberwachung sowie für die Passagierbeförderung ausgeliefert, noch heute sind sie im Einsatz.

Die Canadair CL-215 ist ein zweimotoriger Schulterdecker in Ganzmetallbauweise mit einstufigem Bootskörper und starr montierten Stützschwimmern unter den Flügeln.

Touch and Go - die faszinierende Wasseraufnahme zur Brandbekämpfung - von uns live beobachtet!

Zur Brandbekämpfung kann die Maschine ca 5.500 Liter Wasser oder Löschmittel, sowie zusätzlich in gesonderten Tanks, 710 kg Schaumkonzentrat aufnehmen.

Die Löschwasseraufnahme erfolgt iin einem Touch-and-Go-Manöver auf dem Gewässer.

Diese faszinierende Verfahrensweise des Touch-and-Go konnten wir während der verheerenden Waldbrandkatastrophe 1975 in der Lüneburger Heide immer wieder auf dem Steinhuder Meer bei Hannover beobachten, wo mehrere Maschinen dieses Typs aus Frankreich zum Einsatz kamen.

Leider hatten wir damals keine Kamera zur Hand, trotzdem... sehr beeindruckend und hilfreich!

Lake Aircraft LA 4 200 - beim Seeflieger-Treffen zur Hansesail in Rostock-Marienehe gesichtet. 

Die Firma Lake Aircraft in Sanford, Maine, Vereinigte Staaten ist auf Amphibien-Flugzeuge spezialisiert und besitzt als einzige eine FAA-Zulassung für einmotorige Amphibienflugzeuge weltweit.

Insgesamt wurden etwa 1.300 'Lakes' verkauft, davon 900 in den USA. 

Basis für die LAKE LA 4 war die Colonia C 2 mit 180 PS. Sie wurde bis 1969 gebaut und danach von der LA 4 200 mit stärkerem Motor abgelöst. Ausserdem hatte die Maschine zusätzliche Tanks an den Tragflächen und erlaubte ein höheres Abfluggewicht. 

'Unsere' Lake LA 4 200 haben wir während des Starts aus einem Cessna-Wasserflugzeug auf der Warnow in Rostock aufgenommen.

Unsere Empfehlung, das passende Buch zum faszinierenden Thema Flugboote!

Ingo Bauernfeind
Flugboote seit 1914 - Typenkompass

ISBN - 978-3-613-03901-8
128 Seiten, 116 Abbildungen
Format: 140 x 205 mm - Preis 12,- €

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