Gorleben - das Erkundungsbergwerk

Glück auf - eine Grubenfahrt in das Bergwerk zur Erkundung des Salzstocks von Gorleben.

840 m unter Gorleben - ein Besuch des Bergwerks zur Erkundung des Salzstocks.

Das Dorf Gorleben im niedersächsischen Wendland ist europaweit zum Symbol des Widerstandes gegen die Nutzung der Atomkraft geworden. Trotz gewaltiger Proteste der Bevölkerung sind zahllose Castoren mit radioaktivem Abfall nach Gorleben transportiert worden.

Der Salzstock von Gorleben war jahrzehntelang als mögliches Endlager für hochradioaktive Abfälle in der Diskussion. Ab 1986 wurde ein Bergwerk errichtet, um die Eignung des Gorlebener Salzstocks für eine atomare Endlagerung zu erkunden.

Gemeinsam mit einer Freundesgruppe hatten wir im April 2014 die Gelegenheit zu einer Grubenfahrt in das Bergwerk zur Erkundung des Salzstocks von Gorleben.

So eine Chance kann jede Gruppe haben, die sich rechtzeitig - ein viertel bis ein halbes Jahr vor dem gewünschten Termin - dafür beim Bundesamt für Strahlenschutz anmeldet. Pro Werktag findet jeweils eine Besichtigung mit Grubenfahrt und Fachvorträgen statt.

Die Veranstaltung wird von versierten Fachleuten des Bundesamtes für Strahlenschutz und von der der Firma DBE ( Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH ) durchgeführt. Sie ist hochinteressant und hilft, die emotional aufgeladene Atomabfall-Debatte sachlich zu beleuchten.

Das Aufregendste an der ganzen Angelegenheit ist für jeden Gast sicherlich die Fahrt unter Tage, in einem sehr engen Korb mit der rasanten Geschwindigkeit von 4 m/sec bis auf 840 m Tiefe. So war es auch für unseren Autor, ähnlich wie vor gut zwanzig Jahren bei der Einfahrt in ein voll arbeitendes Steinkohlebergwerk in Herne-Eickel.

Das Fotografieren war glücklicherweise erlaubt, so ist unsere kleine Foto-Dokumentation entstanden.

Bitte beachten - das Erkundungsbergwerk Gorleben ist mittlerweile nicht mehr für Besucher geöffnet. Nach heutigem Stand gehörte unsere Gruppe zu den letzten 'Touristen', die Gorleben unter der Erde erleben durften. Da haben wir so richtig Glück gehabt!

Keine Strahlung - im Erkundungsbergwerk Gorleben befinden sich keine radioaktiven Stoffe.

Das Bergwerk wurde ausschliesslich gebaut, um den riesigen Salzstock von Gorleben zu untersuchen und zu prüfen, ob er als Endlager für hochradioaktive Abfälle in Frage kommen könnte. Durch ein mehrjähriges Moratorium wurden die Arbeiten unterbrochen, so dass nur ein relativ kleiner Teil der Erkundungen stattfinden konnte. Nach dem Standortauswahlgestz von 2013 sind die Arbeiten derzeit eingestellt.

Die Fachleute des Bundesamtes für Strahlenschutz sind davon überzeugt, dass sich der Salzstock Gorleben zur Endlagerung eignet. Ungeachtet dessen betrachtet die Niedersächsische Landesregierung den gesamten Standort Gorleben als 'politisch verbrannt', was ja auch den Tatsachen entspricht.

Die Atommüll-Castoren lagern in oberirdischen Zwischenlagern zwei Kilometer entfernt.

Bevor sie zur Endlagerung unter die Erde kommen könnten, müssen sie mindestens zwanzig Jahre abkühlen, so dass zumindest im Augenblick noch gar kein Endlager benötigt wird. Wir werden also gespannt die Debatten in der Politik weiterverfolgen, wie sich die Endlagersuche in den nächsten Jahren entwickelt und ob Gorleben dabei 'im Topf' bleibt.

Salz, Salz, Salz... Salzbergwerke ziehen Besucher wie magisch an - Glück auf!

Auf Globetrotter-Fotos.de bieten wir Ihnen noch zwei weitere, spannende Bildergalerien über Besuche in Salzbergwerken an. So öffnet das Salzbergwerk Sigmundshall in Wunstorf-Bokeloh am Steinhuder Meer alle zwei Jahre für einen Tag seine Tore für Besucher. Allerdings werden jeweils nur einige wenige Grubenfahrten verlost, die grosse Attraktion ist aber die Auffahrt auf die 'Kalimandscharo' genannte Abraumhalde, mit weiten Blicken über Niedersachsen bis hin zur Porta Westfalica.

 Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Polens ist die Salzmine von Wieliczka bei Krakau. Erleben Sie unsere faszinierenden Aufnahmen unter Tage in diesem berühmten Salzbergwerk 

In Steinsalz gehauene Säle, Emporen, Galerien, Kammern, Salzskulpturen, farbig angeleuchtete unterirdische Seen und eine komplette Kathedrale zu Ehren der Heiligen Kunigunde sind zu besichtigen. Glück auf!

Niedersachsen... feine Städte und Landschaften, von der Nordsee bis zum Harz.

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