Nepal-Abenteuer 1972

Nepal-Abenteuer 1972 - zu Fuss, ohne GPS und richtige Landkarten durch den Himalaya.

Unsere erste ‘richtige’ Globetrotter-Reise… fünf Wochen in Nepal und Nordindien

Herbst 1972 - den Rucksack gepackt und mit einem Freund hinaus in die Welt!

Ja, damals war’s, die ganze Welt roch nach Abenteuer. Warum sollten wir zu Hause bleiben, wenn doch so viel zu entdecken war!

Viel Geld hatten wir zwar nicht, auch gab es noch keine regulären Billigflüge oder gar Reiseführer für Backpacker.

So bedurfte es schon eine längere Vorbereitung für das individuell durchgezogene Abenteuer!

So eine Reise macht man nur einmal im Leben!

Und darum hatten wir uns auch gut fünf Wochen Zeit genommen, um diesen Teil der Welt für uns ganz persönlich zu entdecken.

Der Orient im Spiegel - die spannende Anreise nach Nepal im Herbst 1972!

Per Zug fuhren wir erst einmal nach Amsterdam, übernachteten dort auf einem Hausboot, einem sogenannten Sleep-Inn mit ungefähr 100 Schlafplätzen.

Mit einer vollbesetzten Douglas DC-8 von Air India Charters ging es in Schiphol in die Luft, zum Zwischenstopp mit Auftanken in Beirut, also zwei Stunden Libanon.

Gut gelandet in Delhi, fuhren wir per Taxi in die Stadt zum total überfüllten Bahnhof und erwischten einen Expresszug, der uns in endlos langer Fahrt durch die Ganges-Ebene bis ins glutheisse Patna - genau, das Patna vom Patna-Reis - brachte.

Die Propellermaschine, eine schon betagte Hawker Siddeley HS-748 der Royal Nepal Airlines, wurde auf dem Airport von Patna handbetankt, um mit uns brummend und erst einmal holperig in die Lüfte zu gehen.

Und da lag sie schon vor uns, die komplette Kette der schneebedeckten Bergriesen des Himalaya in vollem Panorama, ein unvergesslicher Anblick!

Das Dach der Welt - aus dem Flugzeug erstmals zu sehen bekommen!

In Kathmandu, damals eine Haschisch-Höhle sondergleichen, fanden wir eine passable Unterkunft in der leider wenig komfortablen Tiny Lodge, zum Preis von umgerechnet 0,50 DM die Nacht. Ja, 1972 war’s noch günstig!.

Eine Woche Zeit, unvergessliche Eindrücke in dieser Stadt, in diesem Tal, zu sammeln, zu verarbeiten und… zu geniessen.

Das Kathmandu-Tal und ein kleiner, feiner Annapurna-Treck!

Von Kathmandu aus machten wir als Test erst einmal eine einwöchige - hier nicht dokumentierte -Trekking-Tour in das fantastische Annapurna-Gebiet  - mehrere Achttausender waren stets im Blick.

Kathmandu und die weiteren Königsstädte im Kathmandu-Tal eroberten wir für uns zu Fuss und per Leih-Fahrrädern in ebenfalls einer ganzen Woche.

Gegessen wurde meistens in kleinen Restaurants tibetischer Flüchtlinge, dort waren die Speisen für unseren Geschmack wesentlich leckerer als bei den Nepalis.

Ein Trekking Permit war ausserhalb des Kathmandu-Tals obligatorisch!

Abenteuer im Himalaya - bevor es so richtig los ging, benötigten wir ein Trekking Permit, das von den nepalischen Behörden gegen eine Gebühr auf einen mehrseitigen Antrag hin, für genau definierte Strecken, ausgestellt wurde.

An vielen Check-Posts mussten wir unser Permit vorzeigen, die Daten wurden jeweils peinlichst genau in dicke Bücher eingetragen.

So sollte niemand in der nepalischen Hochgebirgswelt des Himalaya verloren gehen können.

Immerhin war weder Mobilfunk, noch Internet oder gar Google Maps erfunden, damals war’s in 1972!

Ohne GPS und ohne richtige Landkarten zu Fuss durch den Himalaya - geht’s noch?

Auf zum Trekking - vierzehn Tage zu Fuss im Angesicht der Achttausender! Der Bus brachte uns in siebenstündiger, strapaziöser Fahrt von Kathmandu nach Trisuli Bazaar

Von Trisuli Bazaar folgte unser Trekking ausschliesslich per Pedes mit 16 kg Gepäck auf dem Buckel in zwei Wochen zum Langtang-Massiv und zurück.

Von 800 m über dem Meeresspiegel in Trisuli Bazaar im Anstieg bis auf 4.300 Höhenmeter kurz vor Gosainkund - eine Herausforderung, die einen eisernen Durchhaltewillen brauchte. Nachmachen bitte!

Auf 2.000 m Höhe wand sich lange der unebene Weg - tagelang mussten wir auf ganz schmalem Pfad laufen, der schneebedeckte Langtang war zwar meistens zu sehen, aber noch weit, weit entfernt.

Tiefe Einschnitte, wilde Bäche, schmale Pfade und schaukelige, brüchige Hängebrücken über krasse Abgründe macthen aus der anfangs harmlosen Wanderung ein hartes Trekking - das pure Abenteuer im Himalaya.

So waren wir 14 Tage zu Fuss und mit 16 kg Gepäck auf dem Buckel allein auf uns gestellt in dünner Bergluft unterwegs.

Wer seine körperlichen Grenzen kennenlernen will, macht Trekking im Himalaya!

Und wie war das mit dem Übernachten? Da wir nur zu zweit unterwegs waren, kam es zum Glück nie zu einem Problem.

Meistens hatten wir in den Dörfern auf der Trekking-Strecke direkt bei den einheimischen Dorf-Bewohnern einen bescheidenen Schlafplatz, oft nur auf festgestampftem Lehmboden, und auch eine karge warme Mahlzeit gegen ein kleines Entgelt bekommen können.

Mehrere Male haben wir aber auch in Klassenräumen von Schulen übernachten können, nachts war ja kein Unterricht - Glück musste der Mensch haben.

Wie weiter unten zu sehen ist, gab es auch mal eine richtige kleine Herberge, die uns aufnahm. Übernachtet hatten wir aber - wie es eben kam - auch in einer kleinen Käsefabrik am Ende der Welt und in einem Holzfäller-Camp.

So waren wir fast immer am Puls des Geschehens und hautnah mit der nepalischen Bevölkerung sowie einigen anderen Trekkern verschiedenster Nationalitäten zusammen.

Die Übernachtung in einer einsamen, unbewohnten Hirtenhütte auf 4.100 m über dem Meeresspiegel war dann doch die Ausnahme.

Syabrubensi am Langtang Trekking Trail  - ein Zwischenziel in 2.000 m Höhe.

Syabrubensi war nach vier Tagen Fussmarsch erreicht, die Vorräte konnten hier leider nicht aufgefüllt werden - die Leute hatten selber nix.

Treppe hoch, eine sichere Unterkunft - mit Lufthansa-Schild - wartete auf die müden Wanderer.

Zu essen - eine Handvoll Mehl, in einem Kump mit Wasser aufgefüllt. Kein Ei, kein Brot, kein Käse!

Köstlich der Tee, von verknitterten, alten Männchen in dunklen Hütten für uns aufgebrüht.

Und da stöhnten wir schon leise unseren Wahlspruch nur beim Zugucken:

‘Das Leben ist hart und unerbittlich!’

Aber, was sollten da nur die genügsamen und fleissigen Nepalis sagen? 

Immer nur auf Schusters Rappen - Strassen, Autos, Busse, Maultiere… absolute Fehlanzeige!

Von Syabrubensi liefen wir zwei volle Tage auf dem Langtang Trekking Trail bis zu einer Käsefabrik, die so ziemlich am Ende der Welt mit ausländischer Hilfe errichtet worden war.

Ja, jetzt hatten wir herrlich leckeren Käse, aber kein Brot und keine Eier! Dafür wären wir durch einen frühzeitigen Wintereinbruch fast eingeschneit.

Zurück ging es hastig entlang eines reissenden Flusses in strömendem Regen, aufgewärmt nur mit - für unseren Geschmack grenzwertigem, tibetischen Buttertee und einer Übernachtung in einem einsamen Holzfäller-Camp.

Dann folgte der Versuch, per steilem Anstieg über die Baumgrenze hinaus, die völlig abgelegenen Bergseen von Gosainkund zu erreichen.

Step by Step - kein Weiterkommen im Tiefschnee auf 4.300 m Höhe.

Nach Gosainkund sind wir dann allerdings nicht mehr gekommen. Bei beachtlich dünner Luft  und im Tiefschnee auf 4.300 m über dem Meer war weder Weg noch Pfad zu erkennen und unsere primitive, auf einer Blaupause gezeichneteten 'Landkarte' war nun gar nicht mehr zu gebrauchen.

Das Risiko, zu zweit im Himalaya weitab jedwelcher menschlichen Behausung verloren zu gehen, wurde von Schritt zu Schritt grösser. So war Umkehren und auf eigenen Spuren zurück laufen besser und auf alle Fälle… lebensrettend. 

Reise-Highlights in Asien - vier Wochen Nepal und dann… noch eine Woche in Nordindien!

Wenn wir verreisen - so machen wir es auch heute noch - versuchen wir zum einen möglichst lange unterwegs zu sein.

Zum anderen planen wir die Reiseabschnitte so, dass die Reise einen guten Mix aus abenteuerlichen Erlebnissen, spannenden Besichtigungen und aus Ruhephasen ergibt.

Nachdem wir vier Wochen in Nepal mit zwei recht anstrengenden Trekking-Touren und einer eher ruhigen Zeit im Kathmandu-Tal verbracht hatten, bestiegen wir auf dem Kathmandu-Airport einen Indian Airlines Boeing 727-Jet und düsten direkt an den Ganges nach Varanasi, das auch noch gut als Benares bekannt ist.

Fasziniert von dem Leben und Treiben an Ghats mit den vielen brennenden Scheiterhaufen, übernachteten wir auf einem schaukelnden Hausboot auf dem Ganges. Nachmachen bitte!

In überfüllten Bummelzügen der Indian Railways schlugen wir uns von Varanasi bis nach Agra durch, um das dortige Rote Fort und das weltberühmte Tadsch Mahal zu bewundern.

Gut, und dann waren es nur noch fünf Stunden per Expresszug nach Delhi, wo der DC 8 Düsenclipper von Air India Charters für den Heimflug nach Europa schon auf uns wartete.

Im Jahre 2000... da hiess es noch ein zweites Mal - ‘Himalaya wir kommen!’

Jetzt, gut 40 Jahre später und natürlich um Lichtjahre weiser, geben wir ja zu… wir waren noch ein zweites Mal im Himalaya.

Während unserer wunderbaren, vierwöchigen Backpacker-Reise durch Nordindien im Frühjahr 2000, waren wir auch wieder etwa drei Wochen in den Bergen des Himalaya unterwegs.

Dieses Mal gemeinsam mit unserer bewährten Reisepartnerin Margit aus der Steiermark und wieder viel zu Fuss unterwegs in den indischen Bundesstaaten West Bengal und Sikkim.

Unvergessen bleibt dabei die einwöchige Trekking-Tour zu viert mit 13 einheimischen Trägern ab dem Bergdorf Yuksom in Sikkim.

Das besondere Highlight dieser Bergtour war die zwar beschwerliche, aber erfolgreiche Besteigung des Dschongri-Peaks mit einer Höhe von immerhin 4.440 m über dem Meer.

Der Dschongri ist einer der Vorberge des 8.586 Meter hohen Kanchenchunga, dem dritthöchsten Gipfel unseres Planeten. See more:

Und die Sehnsucht nach aussergewöhnlichen Reisezielen brennt immer noch - Globetrotter-Fotos.de!

Fotos, Fotos, Fotos... ein ehrliches Wort zur Qualität unserer Bilder!

1972 fotografierten wir, wie alle anderen auch, analog, die Digitalfotografie war noch nicht erfunden!

In den Himalaya hoch schleppten wir in einer Umhängetasche also unsere nicht ganz leichte Praktica LLC Spiegelreflex-Kamera mit Normal-, Weitwinkel- und einem 200er Tele-Objektiv.

Das waren schlappe vier Kilo zusätzlich zum zwölf Kilo schweren Rucksack zu schleppen.

Fotografiert hatten wir damals auf Farbnegativfilm Orwo NC 16, deren Farbstoffe sich jetzt nach Jahrzehnten schon zum Teil verflüchtigten.

Um zu einer nachträglichen Foto-Dokumentation dieser aussergewöhnlichen Reise zu kommen, scannten wir etliche Negativstreifen dann per Flachbett-Scanner ein.

Die Ergebnisse sind nicht besonders befriedigend, zeigen aber grundsätzlich vorzeigbare Impressionen aus einer Hochgebirgswelt, in der die Zeit stehen geblieben schien. Enjoy!

Der Orient im Spiegel - Asien, spannende Abenteuerreisen im Nahen und Fernen Osten.

 

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