Tis Issat - die Blue Nile Falls


Blue Nile Falls - die Wasserfälle des Blauen Nils nahe Bahir Dar, Tis Issat. 

Die Wasserfälle des Blauen Nils sind die zweitgrössten Wasserfälle Afrikas.

Als Globetrotter mit jahrzehntelanger Erfahrung hatten wir einen Traum. Wir wollten den Nil, den längsten Strom Afrikas, von seiner Quelle bis zu seiner Mündung in das Mittelmeer und zwar am besten in seiner gesamten Länge bereisen.

Aufgrund von Berufstätigkeit und Verpflichtungen in der Heimat, konnten wir allerdings unseren Traum nur Stückchen für Stückchen in Erfüllung gehen lassen.

Aber immerhin haben wir es dann - wenn auch mit einigen Lücken - nach mehreren entbehrungsreichen Rucksackreisen durch Afrika geschafft... der Nil war unser!

Begonnen hatten wir an der ägyptischen Mittelmeer-Küste bei Alexandria mit Entdeckungen im Nildelta, Kairo, Luxor und Assuan bis zum berühmten Abu Simbel Tempel am riesigen Nasser-Stausee.

Eine absolut abenteuerliche Reise führte uns dann durch den Norden des Sudan, von Wadi Halfa am Nasser-See bis nach Khartoum, immer durch die Sahara an den sandigen Ufern des Nils entlang. 

In Khartoum teilt sich der Nil in den Weissen und Blauen Nil. Wir wollten den Blauen Nil weiter verfolgen und sahen dann seinen Oberlauf während einer weiteren individuellen Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Äthiopien wieder. Hier heisst der Blaue Nil Abbay.

Blue Nile Falls - die abenteuerliche Fahrt von Bahir Dar zu den Wasserfälle des Blauen Nils. 

Für einige Tage hatten wir eine ordentliche Unterkunft in der angenehmen Stadt Bahir Dar am riesigen Tana-See gefunden, eine Zweitages-Reise per Bus von Addis Abeba entfernt.

Nahe der Quelle des Blauen Nils gelegen, sind die Wasserfälle des Blauen Nils beim Dorf Tis Issat auch nur etwa dreissig Kilometer von Bahir Dar entfernt. also ein Muss für jeden Traveller!

Ab dem Busbahnhof ging morgens nur ein Bus nach Tis Issat, und zwar schon um sechs Uhr. Und dieser Bus war, wie in Äthiopien üblich, nicht nur eng, sondern auch noch hoffnungslos überfüllt.

Entsprechend anstregend war dann die einstündige Fahrt und... es folgte ein ebenso anstrengender Fussmarsch.

Nach Überquerung der ältesten Steinbrücke Äthiopiens aus dem Jahr 1626 über den Oberlauf des Abbay, folgte der holperige Weg einem Anstieg und endlich kamen die 400 m breiten Wasserfälle in Sicht.

Nahezu unmöglich war es ab nun, alleine zu laufen. Immer wieder boten sich einheimische Jugendliche im massiver Weise als 'Guide' an, für Wege, die der Übersicht wegen auch gut selber gefunden werden konnten.

Das war schon lästig, zumal jeweils ein saftiges Bakschisch gefordert wurde. Ok, Pauschal-Touristen, die es in Äthiopien nur wenig gibt, haben solche Sorgen natürlich nicht.

Aber dafür hatten wir dann auch, nach erkämpfter Freiheit, alle Wege für uns. So konnten wir die Wasserfälle von allen Seiten in aller Ruhe ansehen, dabei gingen wir dann auch oben direkt an der Kante des brausenden Wassers bis in den Nil.

Weiter Flussabwärts liessen wir uns nachmittags mit einem kleinen Boot über den Nil setzen, um dann per Bus von Tis Issat zurück nach Bahir Dar zu fahren. 

Alles komplett abseits von ausgetretenen Pfaden, nachmachen bitte!

Die Wasserfälle des Blauen Nils - noch eindrucksvoller kurz nach Ende der Regenzeit!

Wir waren um die Weihnachtszeit in Äthiopien, es herrschte Trockenheit. Unsere Aufnahmen machten wir damals noch mit einer analogen Taschenkamera. Für heutige digitale Verhältnisse sind die eingescannten Ergebnisse eher mager, wir sind trotzdem ganz zufrieden.

Durch Inbetriebnahme des Tis-Abay- und des Tana-Beles-Kraftwerks ist die Wassermenge, die an den Wasserfällen des Blauen Nils 42 Meter in die Tiefe stürzt, wesentlich geringer als früher. Das gilt leider auch für die Zeit auch nach der Regenzeit, Wirtschaft geht eben vor Natur und vor Tourismus.

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